An der Bucht von Kotor bei Ljuta in MontenegroIm historischen Zentrum von Kotor in MontenegroFreitag, 07.06.2024: Heute ist der erste von zwei Ruhetagen in Montenegro! Nach einer ausgedehnten Nachtruhe nahmen wir unser Frühstück auf der Terrasse oberhalb der Bucht von Kotor im schattigen Hof der Vila Nikčević. Es gab regionale Spezialitäten, frische Spiegeleier und feinen Kaffee. In Gedanken ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren und jedem wurde bewusst, welches Privileg wir haben und wie sehr wir diese gemeinsamen Tage genießen sollten. Eine knappe Woche liegt nun schon hinter uns und wir befinden uns fast am Wendepunkt der aktuellen Tour. Dazu morgen mehr. Heute wollen wir nichts weiter tun außer NICHTS. Es gibt keinen Plan; jeder kann machen, was er will, ganz individuell. Also gehen wir nach dem Frühstück alle zusammen an den Privatstrand der Villa zur FDGB-Gruppenerholung. Das Wasser war für Anfang Juni angenehm warm, jedenfalls haben wir das so gesehen. Scheinbar hatten alle anderen Gäste an der Bucht von Kotor ein anderes Temperaturempfinden, denn außer uns war fast keiner im Wasser. Völlig egal - was gehen uns fremde Leute an. Jeder schnappte sich einen Liegestuhl und ein kaltes Pils aus dem Eiseimer und schon stand dem wahren Relaxgefühl nichts mehr im Wege. Sonnen, baden, pilsnern. Die Handgriffe sitzen, während sich die Sonne ihren Weg am Firnament bahnte. Wir kamen wirklich gut über den Tag und plötzlich wurde es finster. Besser so; Gute Nacht!

Blick auf die Bucht von Kotor in MontenegroAm Skutarisee / Shkodrasee zwischen Montenegro und AlbanienSonnabend, 08.06.2024: So könnte es eigentlich weitergehen. Wir wachen irgendwann am Morgen auf, trommeln die Mannschaft zusammen und dann gehts an den (natürlich) gedeckten Tisch im Schatten der Berge Montenegros. Ein feines Leben wäre das. OK, kommt auf die Liste für später. Der Plan für unseren heutigen zweiten Ruhetag wurde gestern am Strand erschaffen und sieht nüchtern betrachtet immer noch hervorragend aus - Glück gehabt! Zu Beginn der Tagestour wollen wir von Ljuta aus nach Kotor fahren und uns dort an die berühmten 25 Serpentinen machen. Diese winden sich aus der Bucht von Kotor auf reichlich 900 Höhenmeter und finden ihren Fortgang in der teils mautpflichtigen Bergstraße durch den Nationalpark Lovćen und weiter bis nach Cetinje. Gesagt getan! Wir wetzten die geisteskranke Strecke hinauf und erhaschen vor allem in den zahlreichen Kehren atemberaubende Blicke auf die Bucht von Kotor. Natürlich finden wir auch zwei Stellplätze, von wo aus wir das Panorama in Ruhe genießen konnten. Extrem sehenswert! Nach Cetinje fahren wir auf der M-10 nach Osten und kommen ins malerisch gelegene Dorf Rijeka Crnojevica am gleichnamigen Fluss. Ein paar Kilometer weiter mündet dieser in den Shkodrasee, unserem heutigen Tagesziel. Wir haben noch ein paar feine schmale Bergstraßen vor uns, bevor wir bei Virpazar auf die schnelle M-2 stoßen, die von Podgorica nach Petrovac na Moru verläuft. Noch ein paar Mal am Gashahn drehen und schon sind wir am größten See der Balkanhalbinsel. Wir blicken über das auch als Skutarisee bekannte Gewässer, an dessen Ostufer schon Albanien liegt. Nein, nach Albanien sind wir nicht mehr gefahren - irgendwann müssen wir auch an die Rückreise denken, die nun hier am süwestlichsten Punkt der Bikertage 2024 beginnt. Nicht heute und nicht direkt, aber sie beginnt. Auf der schnellen M-2 fliegen wir durch die Berge in Richtung Petrovac na Moru und weiter entlang der Adriaküste nach Budva. Eine Stunde später schweben wieder in Ljuta ein und parken die Bikes direkt am Tor der Villa Nikčević. Den letzten Abend verbrachten wir abermals im wunderschönen Kotor, wo wir nach einem kleinen Rundgang stilvoll zu Abend speisten. +++

In der historischen Altstadt von Dubrovnik in Kroatien

Blick auf die Altstadt von Dubrovnik (Kroatien)Sonntag, 09.06.2024: So schön es auch war, aber unsere Zeit in Ljuta an der Bucht von Kotor geht zu Ende. Nach dem Frühstück machen wir uns auf die mit 149 Kilometern recht übersichtliche Tour nach Dubrovnik, der Perle an der Adria. Wir verlassen Ljuta nach Osten in Richtung Perast und kommen nach Risan. Hier verlassen wir die M-1 und nehmen die alte Straße, die sich über Serpentinen und Kehren den Nordhang hinauf schlängelt. Ab und an ergeben sich von der engen Bergstraße imposante Ausblicke auf die Küste bei Risan und die gesamte Bucht von Kotor. Hier oben auf knapp 700 Höhenmetern treffen wir nun auf die M-8, die sich durch die karstige Hochebene an der Nordseite des Orjen-Gebirges windet. Nach der rasanten Fahrt durch die eigenwillige Karstlandschaft zwischen Grahovo und Vilusi kommen wir auf der M-9 ins nahezu menschenleere Grenzgebiet zwischen Montenegro und Bosnien-Herzegowina. Nach dem Grenzübergang fahren wir vorbei am Bilećko Jezero und kommen nach Trebinje, der nach Mostar zweitgrößten Stadt der Region. Wie fast überall im Land sind die Spuren des Bosnienkrieges in den 90er Jahren zu sehen: Einschusslöcher in den Hauswänden und ausgebrannte, mittlerweile zugewucherte Ruinen. Schrecklich! Wir rollen weiter Richtung Adria und wechseln bei Gornji Brgat von Bosnien nach Kroatien. Die vorletzte Station für heute war die Fahrt auf den 412 Meter hohen Sergiusberg, den Hausberg Dubrovniks. Auf halber Strecke machten wir eine Pause mit exzellentem Blick auf die mit einer Stadtmauer umgebene Altstadt sowie auf die Insel Lokrum. Nach einer Runde über das Bergplateau mit Gipfelkreuz und Fernsehturm rollen wir über die enge Straße mit immer wieder feinen Ausblicken hinab ins Stadtzentrum und weiter in den Stadtteil Lapad. Ein wenig später stehen wir auf dem Parkplatz des Hotels „Dubrovnik“, wo wir nach einem entspannten Tag einchecken werden. Jetzt durchatmen, kalte Biere besorgen und ab an den Strand. Am Abend Kulturprogramm: UNESCO-Weltkulturerbe Dubrovnik! Alles ist gesagt +++

Alte Brücke (Stari Most) über die Neretva in Mostar (Bosnien-Herzegowina)Split in Dalmatien (Kroatien): Blick von der Riva zum DiokletianpalastMontag, 10.06.2024: Wir schreiben Montag, den 10. Juni. Nach dem Frühstück im Dubrovnik-Hotel und einem Abschiedsblick über den jetzt fast menschenleeren Strand packten wir unsere in der Sonne schon schön vorgewärmten Bikes und starteten in den sonnigen Tag. 289 Kilometer sind es bis zum Tagesziel in Split. Vor uns liegt eine Tour durch Dalmatien und Bosnien-Herzegowina mit dem Höhepunkt Mostar. Nach einem irren Verkehrsgewühl schafften wir es irgendwie auf die Jadranska Magistrala, die sich oberhalb Dubrovniks an den Berg schmiegt. Seit 2001 überspannt die nach dem ersten Präsidenten Kroatiens benannte Schrägseilbrücke auf 518 Metern den Dubrovnik-Fluss und erspart uns einiges an Zeit. Nach einigen Vollblut-Überholmanövern sind wir nun an der Spitze des Korsos und genießen mit einem hörbaren Grinsen die langen Kurven der Jadranska Magistrala oberhalb der blauen Adria. Nach der Ortschaft Doli bogen wir in die Neubaustrecke der N8 zur Halbinsel Pelješac. Quer über die Insel wurde zur Umgehung des 5 km breiten bosnischen Adriakorridors bei Neum eine Piste gebaut, die ihren Höhepunkt in der 2,5 km langen Pelješac-Brücke hat. Sie überspannt in 55 Metern Höhe die Adria und verbindet seit dem Juli 2022 die bislang durch eine Meerenge getrennten Landesteile Kroatiens. Wir fahren weiter durch das Neretva-Delta und kommen in die Grenzstadt Metkovic: Grenze HR-BIH - problemlos! Jetzt talaufwärts nach Pocitelj und schließlich nach Mostar.  Die Stadt, malerisch im Tal der Neretva gelegen, ist mit über 100.000 Einwohnern die fünftgrösste Stadt des Landes und historisch die Hauptstadt der Herzegowina. Mostar, Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Religionen, litt im Bosnienkrieg stark unter den Kämpfen. Die Frontlinie verlief mitten durch die Stadt: Gänsehaut! Das Symbol von Mostar ist die Stari Most, die Alte Brücke über die Neretva. Das Original stammte aus dem Jahr 1566 und wurde 1993 von kroatischen Truppen sinnlos zerstört. Der Wiederaufbau dauerte von 1996 bis 2004. Übervoll mit Eindrücken verließen wir Mostar auf der M6.1 in Richtung Westen. Am späten Nachmittag erreichen wir Split, die zweitgrößte Stadt Kroatiens. Gekonnt schlüpfen wir durch die Lücken im Stau und stehen ein paar Minuten später vor dem Hotel As am nördlichen Stadtrand. Jetzt ab in die wunderschöne Altstadt, die uns bereits aus den Bikertagen 2021 bestens bekannt ist. Prost meine Herren!

 

     
Tourentag 8: 08.06.2024 Tourentag 9: 09.06.2024 Tourentag 10: 10.06.2024
Rundfahrt zum Shkodrasee Ljuta - Dubrovnik (HR) Dubrovnik - Split

 

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